Unterwegs mit dem 9-EURO-Ticket
Rund um den Dom - Etwas andere Impressionen aus Köln
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- Reiterstandbild Kaiser Friedrichs III. auf der nördlichen Seite der Altstadt mit Dom und Bahnhof.
- Foto: ©Margot Klütsch
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Für 9 € mit dem Zug nach Köln...
...dann führt (k)ein Weg daran vorbei: Nämlich am Dom. International bekannt, UNESCO-Welterbe, Wahrzeichen der Stadt. Hier konzentrieren sich auf engstem Raum 2000 Jahre Geschichte, sichtbare Spuren von Römern, Mittelalter, Kaiserreich und Moderne, alles 1001 mal fotografiert. Was gibt es da noch zu entdecken? Erstaunliche grüne Oasen und...
…Vielleicht die Reste des Seitenportals des Nordtors der römischen Colonia Claudia Ara Agrippinensium (um 50 n. Chr.) an der Westseite des Doms.
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- Fragment des römischen Nordtors vor der Westfassade des Doms.
- Foto: ©Margot Klütsch
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Oder direkt daneben das Modell der Kreuzblumen (Höhe 9.50 m), die die Westtürme des Doms bekrönen. Sie gelten als Symbol der Domvollendung 1880.
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- Modell der Kreuzblume auf den Domtürmen in Originalhöhe von 9.50 m.
- Foto: ©Margot Klütsch
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Der Kölner Dom steht in der Tradition der französischen Kathedralbaukunst. Grundsteinlegung war 1248, Chorweihe 1322. Danach blieb der Dom Jahrhunderte lang ein Torso. Fertiggestellt wurde er erst 1880. In der romantischen Rückbesinnung auf das Mittelalter gab es schon Anfang des 19. Jahrhunderts Bestrebungen, den Dom zu vollenden. Eine entscheidende Rolle spielten dann die preußischen Herrscher, die den Kölner Dom als deutsches Nationaldenkmal und Symbol für die deutsche Einheit ansahen.
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- Domchor.
- Foto: ©Margot Klütsch
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Es überrascht nicht, dass die Nachfolgerin der Dombrücke, die 1907-11 errichtete markante Bogenbrücke, den Namen des preußischen Herrscherhauses trägt. Mit dem Dom gehört sie zum klassischen Köln-Panorama. Und sie ist auch eine Attraktion für Touristen. Fast muss man befürchten, dass sie unter der Last der unzähligen "Liebesschlösser" zusammenbrechen könnte.
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- Hohenzollernbrücke (1911 eröffnet) mit Liebesschlössern.
- Foto: ©Margot Klütsch
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An allen vier Rampen wurden Reiterstandbilder preußischer Könige bzw. Kaiser aufgestellt. Auf der linken Rheinseite, der Kölner Altstadt, reiten Kaiser Friedrich III. und Kaiser Wilhelm II. auf den Dom zu und entwickelten sich zu beliebten Postkartenmotiven.
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- Reiterstandbild Kaiser Wilhelms II. auf der südlichen Altstadtseite.
- Foto: ©Margot Klütsch
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Mit dem Neubau des Museums Ludwig (1986) wurde das Areal zwischen Dom und Rheingarten/ Hohenzollernbrücke (heute: Heinrich-Böll-Platz), künstlerisch gestaltet. Der israelische Künstler Dani Karavan verwandte für seine Installation "MA'ALOT (= Stufen) Gras, Bäume, Ziegelsteine, Granit, Gusseisen und Eisenbahnschienen. Das verwendete Material greift die Materialien der Umgebung auf. Die Schienen nehmen Bezug auf den nahen Bahnhof. Sie führen vom Museum zu einem stufenförmigen Turm aus Granit und Gusseisen. Er ermöglicht Durchblicke auf Dom und Rhein.
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- Dani Karavan: MA'ALOT (Stufen), Detail des Turms.
- Foto: ©Margot Klütsch
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Es war keineswegs Karavans Absicht, an dieser Stelle ein Holocaust-Denkmal zu errichten. Er äußerte sich später dazu: Wenn er als zeitgenössischer israelischer Künstler eine Installation mit Turm und Eisenbahnschienen schaffe, könnten durchaus Assoziationen an die Anlage von Konzentrationslagern hervorgerufen werden.
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Der israelische Künstler gestaltete den Heinrich Böll-Platz 1980-86 zwischen dem Museum Ludwig und der Hohenzollernbrücke aus Gras, Bäumen, Ziegelsteinen, Granit, Gusseisen, Eisenbahnschienen (Quelle: Infotafel). Die Installation fasst die Materialien der Umgebung zusammen. | Foto: ©Margot Klütsch"
- Dani Karavan: MA'ALOT (Stufen)
Der israelische Künstler gestaltete den Heinrich Böll-Platz 1980-86 zwischen dem Museum Ludwig und der Hohenzollernbrücke aus Gras, Bäumen, Ziegelsteinen, Granit, Gusseisen, Eisenbahnschienen (Quelle: Infotafel). Die Installation fasst die Materialien der Umgebung zusammen. - Foto: ©Margot Klütsch
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Unter dem Heinrich Böll-Platz ist die Philharmonie untergebracht. Karavan zeichnete die Form des Konzerthauses ebenerdig in konzentrischen Kreisen nach. Eine besondere kölsche Spezialität: Wenn der Konzertsaal bespielt wird, darf der Platz nicht betreten werden, weil die oberirdischen Geräusche im Konzertraum zu hören sind. Eine Garde von Wächtern passt mit Argussaugen auf, dass dann niemand den Platz betritt.
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- Dani Karavan: Platzgestaltung des Heinrich Böll-Platzes. Der Kreis zeichnet die Lage des Konzertsaals "Kölner Philharmonie" nach. Die Gelbwesten hindern Besucher daran, den Platz zu betreten, wenn im Konzertsaal musiziert wird.
- Foto: ©Margot Klütsch
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Man traut seinen Augen nicht: Unmittelbar am Dom habe ich einige kaum für möglich gehaltene grüne Idyllen entdeckt und festgehalten. An der Ostseite des Doms wächst hinter dem Chor am Domherrenfriedhof zwischen steinernen Fragmenten eine Wildblumenwiese. Und die Mitarbeiter der Dombauhütte - die bekanntlich nie arbeitslos werden - haben sich an der Südseite des Doms eine kleine beschauliche Oase geschaffen.
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- Der Domherrenfriedhof am Domchor und Bahnhof.
- Foto: ©Margot Klütsch
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Ich habe ein paar etwas andere Impressionen rund um den Dom zusammengestellt und würde mich freuen, wenn Ihr mich begleitet.
Weitere Infos zum religiösen und historischen Hintergrund von Karavans Installation gibt es HIER.
Autor:Margot Klütsch aus Düsseldorf |
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