Loveparade-Prozess: Beweisaufnahme hat begonnen!
Mit der ersten Zeugenaussage einer Nebenklägerin hat die Beweisaufnahme im Loveparade-Strafprozess vor der 6. Großen Strafkammer des Landgerichts Duisburg begonnen.
Die 31-jährige Duisburgerin berichtete wie sie mit ihrer Schwester am 24. Juli 2010 ins Gedränge geriet, wie eine Kette aus Polizisten sie am Verlassen des Geländes gehindert habe, wie ihre Schwester durch die Menschenmenge weggerissen worden sei, wie sie gestürzt sei, Menschen auf ihr gelegen hätten, wie sie später auf der Intensivstation eines Krankenhauses wach geworden sei.
Der Vernehmung der Zeugin am 7. Verhandlungstag hatte zunächst ein Verteidiger widersprochen. Er wollte erst den Gutachter hören.
Bislang wurde das Strafverfahren durch eine Flut von Anträgen der Verteidigung bestimmt. Da diese immer wieder Zeit zur Beratung erforderten, wurden bereits drei Verhandlungstage gekippt.
Zehn Personen sind wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung angeschuldigt: Vier Mitarbeiter des Veranstalters Lopavent stehen wegen schwerwiegender Planungsfehler vor Gericht. Dazu drei Bedienstete des Duisburger Bauamtes sowie drei städtische Bedienstete in leitender Funktion, darunter der frühere Duisburger Baudezernent, denen zur Last gelegt wird, die Veranstaltung genehmigt zu haben.
Kommt es bis zum 27. Juli 2020 nicht zu einem erstinstanzlichen Urteil, verjähren die vorgeworfenen Straftaten.
Autor:Lokalkompass Duisburg aus Duisburg |
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