Sag mir, wo die Bücher sind

Im so genannten "Stadtfenster" sollen Zentralbibliothek und VHS ab 2012 eine neue Heimat finden. Bild: Multi Development
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Mit einer einzigartigen Leistung macht Duisburg einmal mehr auf sich aufmerksam. Die Stadt ist deutschlandweit die einzige Kommune, deren Bibliothek in diesem Jahr keinen einzigen Cent für die Anschaffung neuer Medien ausgeben und damit ihren Bestand auf dem Laufenden halten kann. Zwar hatte der Rat 900000 Euro Anschaffungsetat für 2010 angesetzt, die Bezirksregierung diese Summe aber nicht freigegeben. Duisburg ist bekanntlich pleite, jede „freiwillige Leistung“ muss von der Bezirksregierung als kommunale Finanzaufsicht genehmigt werden.
Hoffentlich ist wieder Geld für Neuanschaffungen da, wenn die Zentralbibliothek ab 2012 in neuen Räumen im „Stadtfenster“ auf dem Gelände des alten Boecker-Hauses (heute Knüller-Markt) residiert. Wäre doch zu peinlich, wenn in prachtvoller Kulisse nur noch olle Schinken stehen.

Bücher - ein überflüssiger Luxus? Was meint die Community? Ich bin gespannt!

Autor:

Sabine Justen aus Duisburg

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1 Kommentar

Günter Sickmann aus Duisburg
am 21.11.2010 um 16:26

Liebe Sabine,

Bücher begleiten uns durch das Leben. Sie schaffen Horizonte und vertiefen das Bewusstsein. Letzteres scheint bei der Bezirksregierung aber noch nicht angekommen zu sein. Wie anders ist es denn zu erklären, dass die Stadt viel Geld für Dinge ausgeben kann, die die Menschen in eben dieser Stadt nicht zwangsläufig zum Leben brauchen, aber für Bücher - es müssen ja keine 900 TEuro sein - ist dann nichts mehr übrig.

Da war es zwar eine aus der Not geborene, aber gleichwohl pfiffige Idee, Buchpaten ins Leben zu rufen. Wenigstens etwas. Denn eines ist sicher: Bevor ich zu einem iPad nebst gespeichertem eBook greife, nehme ich allemal lieber ein Buch in die Hand. Und ich glaube, dass es vielen Maneschen so geht wie mir. Insofern ist die Erfindung des alten Gutenberg ganz bestimmt kein Auslaufmodell.

Herzliche Grüße
Günter