Wie Seiltänzer

Durch das Dunkel

Gespannte Atmosphäre
innerlich schon eher zum Zerreißen angespannt,
knisternd voller Adrenalin wie kurz vor einer Explosion,
dem Sturz vom schmalen Drahtseil.

Sturmlieder brausen ums Haus, schrill, wütend, laut pfeifend;
dazu fliegen dunkle Schattenwolken am Himmel vorbei
immer dunkler, dichter, bedrohlich wie eine Wand.
Geäst wird auf die Wege geschleudert, heruntergezerrt vom wütenden Sturm
der sich nicht beruhigen will sondern seinem blindwütigen Zorn freien Lauf lässt,
letzte braun zerknitterte tote Blätter erbarmungslos zerfetzt.

Einen hilflosen Versuch noch wagt die Sonne
dem Ganzen ein etwas freundliches Gesicht zu geben
ehe sie endgültig kapituliert
vertrieben und weggesperrt wird hinter der dichten Wand schwarzer Wolken
die wütend, bedrohlich ausschauen, sich austoben
vom Sturm erbarmungslos getrieben
ehe sie total ausgepumpt endlich zur Ruhe kommen,
heller werden, freundliche Lichter wieder sanft vom Himmel strahlen,
Lichtpünktchen im Bereich des prächtigen Regenbogens tanzen
hinter dem neue Wünsche erwachen.

So wie der Artist nach dem Sturz das Seil neu erklimmt
voll neuer Energie, der Angst keinen Raum gibt,
belohnt vom tosenden Applaus des begeisterten Publikum
immer neu Mut fasst
auch nach einem Absturz
könnten wir unser Leben betrachten.

Autor:

Evelyn Gossmann aus Mülheim an der Ruhr

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