Greenpeace und Naturschutzjugend NAJU laden ein
Für den Schutz alter Buchen bieten Greenpeace und die Naturschutzjugend Wesel (NAJU) zusammen einen Spaziergang durchs Diersfordter Wildgatter an. Am Sonntag, 15. April 2012, von 10:30 bis 12:30 Uhr sind alle interessierten Mitbürger herzlich zum Mitkommen eingeladen. Treffpunkt ist der neue Parkplatz an der Kreuzung von der B8 mit der L480 bei Wesel Diersfordt (am Hundeplatz).
„Wir möchten möglichst viele Menschen für den Schutz der Urwälder von morgen sensibilisieren“, sagt Arndt Kleinherbers von der NAJU, der diese Veranstaltung leiten wird. „Wir brauchen alte Wälder für uns, für den Klimaschutz und für den Erhalt vieler Tiere und Pflanzen. Sie sind durch intensive Einschläge bedroht.“
Zwischen Wesel und Mehrhoog vermochten sich im sogenannten Diersfordter Wildgatter auf nährstoffarmen Sanddünen naturnahe Laubwälder trotz der Jahrhunderte währenden Forstwirtschaft erhalten. Heute lassen sich stattliche Altholzbestände bestaunen, in den Dünentälern erstrecken sich vielerorts Heideweiher und kleine Moore. In so einer Landschaft sind auch mehrere seltene Tiere und Pflanzen beheimatet. Dazu gehören Pflanzen wie der fleischfressende Sonnentau, seltene Insekten, gefährdete Frösche und Molche, bedrohte Reptilien, verschiedenste Vogelarten und etliche Säugetiere.
Forstwirtschaft: maßvoll und ökologisch
Greenpeace engagiert sich dieses Jahr deutschlandweit für den Erhalt alter Buchenwälder. Erst im Jahr 2011 erklärte die UNESCO fünf alte Buchenwälder in Deutschland zum Weltnaturerbe. Um die internationalen und nationalen Ziele zum Schutz der Artenvielfalt umzusetzen, reicht diese Fläche jedoch nicht aus.
Für die Bewirtschaftung der öffentlichen Wälder sind die jeweiligen Landesforstbehörden bzw. -betriebe zuständig. In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Forstbehörden privatwirtschaftlich ausgerichtet, mit dem Ziel, größere Gewinne für die Landeskassen abzuwerfen. Aus Kostengründen kommen immer mehr Schwerstmaschinen, sogenannte Harvester, zum Einsatz. Diese hinterlassen häufig breite Schneisen der Verwüstung und Fahrspuren im Wald. In der Regel wird das ganze Jahr über Holz eingeschlagen - ohne Rücksicht auf Brut- und Aufzuchtszeiten der heimischen Tiere. „Wenigstens zehn Prozent der Waldflächen sollten ganz der Natur überlassen werden. Der restliche Wald sollte nur noch ökologisch und nicht industriell bewirtschaftet werden“, fordert Charlotte Brinkmann, Pressesprecherin von Greenpeace Niederrhein.
Weitere Informationen:
www.greenpeace.de/buchenwaelder
www.nabu-wesel.de
Autor:Thorsten Schölzel aus Wesel |
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