Greenpeace und NAJU führte durch's Diersfordter Wildgatter

15. April 2012
10:30 Uhr
Diersfordter Wald, 46487 Wesel
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Am Sonntagvormittag, den 15. April 2012, leuchteten im Diersfordter Wildgatter mehr hellgrüne Farbtupfer, als bei dieser Jahreszeit zu erwarten sind: 13 Umweltschützer in ihren Greenpeace-Jacken erkundeten unter der Leitung von NAJU-Mitarbeiter Arndt Kleinherbers naturnahe Laubwälder, Heideweiher und kleine Moore. Besonders beeindruckt waren sie von einer Buche mit einem Durchmesser von 4,80 Meter und einer Gruppe Wildschweine mit ihren Frischlingen.

„Wir möchten möglichst viele Menschen für den Schutz der Urwälder von morgen sensibilisieren“, sagt Arndt Kleinherbers von der NAJU, der diese Veranstaltung geleitet hat. „Wir brauchen alte Wälder für uns, für den Klimaschutz und für den Erhalt vieler Tiere und Pflanzen. Sie sind durch intensive Einschläge bedroht.“

Der Diersfordter Wald befindet sich auf der Niederterasse der ehemaligen Rheinaue. Vom Wind abgelagerte Flugsande erstrecken sich auf einer Länge von gut 6 km und einer Breite von ca. 3 km. Zwischen Wesel und Mehrhoog vermochten sich auf diesen nährstoffarmen Sanddünen naturnahe Eichen-Buchen- und Birken-Eichenwälder trotz der jahrhunderte währenden Forstwirtschaft erhalten. Heute lassen sich im sog. Wildgatter gleich verschiedenste Forstbestände neben diesen naturnahen Waldbeständen bestaunen, denn sämtliche Quartiere weisen überwiegend stattliche Altholzbestände vor.

Forstwirtschaft: maßvoll und ökologisch

Greenpeace engagiert sich dieses Jahr deutschlandweit für den Erhalt alter Buchenwälder. Erst im Jahr 2011 erklärte die UNESCO fünf alte Buchenwälder in Deutschland zum Weltnaturerbe. Um die internationalen und nationalen Ziele zum Schutz der Artenvielfalt umzusetzen, reicht diese Fläche jedoch nicht aus.

Für die Bewirtschaftung der öffentlichen Wälder sind die jeweiligen Landesforstbehörden bzw. -betriebe zuständig. In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Forstbehörden privatwirtschaftlich ausgerichtet, mit dem Ziel, größere Gewinne für die Landeskassen abzuwerfen. Aus Kostengründen kommen immer mehr Schwerstmaschinen, sogenannte Harvester, zum Einsatz. Diese hinterlassen häufig breite Schneisen der Verwüstung und Fahrspuren im Wald. In der Regel wird das ganze Jahr über Holz eingeschlagen - ohne Rücksicht auf Brut- und Aufzuchtszeiten der heimischen Tiere. „Wenigstens zehn Prozent der Waldflächen sollten ganz der Natur überlassen werden. Der restliche Wald sollte nur noch ökologisch und nicht industriell bewirtschaftet werden“, fordert Charlotte Brinkmann, Pressesprecherin von Greenpeace Niederrhein.

Unsere Forderungen

- Sofortiger Einschlagstopp für alle öffentlichen Buchen- und Laubwälder,
die älter als 140 Jahre sind, bis ein bundesweites Schutzkonzept umgesetzt ist !

- Bis 2020 sollen zehn Prozent der öffentlichen Wälder rechtlich verbindlich
aus der forstwirtschaftlichen Nutzung genommen werden !

- Ökologische Waldnutzung soll für 90 Prozent der öffentlichen Waldfläche
verbindlich festgeschrieben werden !

Autor:

Thorsten Schölzel aus Wesel

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