Warnstreik trifft die Bürger
ver.di bittet alle Bürger „um Verständnis und Solidarität“. Man wolle mit den Warnstreiks heute und morgen nicht sie treffen, sondern die Arbeitgeberseite.
Und dann, in schönstem Gewerkschaftsdeutsch: „Aus Sicht von ver.di Herne hätte die Bevölkerung von dieser Arbeitskampfmaßnahme verschont bleiben können, wenn die Verantwortlichen im Arbeitgeberlager ein angemessenes Angebot auf den Verhandlungstisch gelegt hätten.“
Diese Formulierung nutzt dem verzweifelten Pendler an der verwaisten Bushaltestelle ebenso wenig wie dem Bürger, der bei der Stadtverwaltung etwas erledigen will und dafür eben nur am Donnerstag Zeit hat.
ver.di trifft mit dem sehr früh herausgeholten Knüppel des Warnstreiks eben nicht die Arbeitgeber, sondern – entgegen eigener Aussage – genau die Menschen, deren Solidarität man doch eigentlich gewinnen möchte.
Autor:Bernhard W. Pleuser aus Essen-Kettwig |
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