Musik zur Passion in St-Georg

Musik zur Passion in St.-Georg
„Trauer, Trübsal, Trost“ war das Thema des St.-Georgs- Konzertes am Samstagabend, das die vier Musikerinnen Christiane Zywietz-Godland ( Sopran), Silke Frederichs( Violine und Viola), Maria Cristina Witte (Orgel und Cembalo) und Esther Linsel ( Violoncello) mit kunstvoll ausgewählten Werken gestalteten. Vom Barock bis hin zur zeitgenössischen Musik wurde ein Bogen über 3 Jahrhunderte gespannt.
Die Musikerinnen spielten in unterschiedlichen Besetzungen, wobei oftmals die Violine die Melodieführung übernahm oder mit der wunderbar klaren Sopranstimme korrespondierte. Orgel und Violoncello bildeten einen Klangteppich von zurückhaltender, tragender Schönheit. Alle 4 Musikerinnen sind in verschiedensten Kammermusikformationen tätig, traten aber hier als eine harmonische Einheit auf, wie man sie nicht oft erlebt.
Beeindruckend waren die meditativen Sätze, die sich durch das gesamte Konzert hindurch zogen, wie z.B. das Adagio BWV 974 für Violoncello und Orgel, das ursprünglich von Alessandro Marcello für Oboe und Orchester komponiert und später von Johann Sebastian Bach für Cembalo solo bearbeitet wurde. Die Vertonung des Psalms 127 von Johann David Heinichen wurde von der Sopranistin mit wundervoll gesungenen Koloraturen vorgetragen. Silke Frederichs` Interpretation des Tefilah – Gebets für Viola von Henning Frederichs war eine bewegende Hommage an ihren Vater.
Die Klangschönheit der restaurierten Rötzel-Orgel entfaltete sich in dem Werk Pari Intervallo des zeitgenössischen estnischen Komponisten Arvo Pärt – nicht in voluminösen Klängen sondern im schlichten Ton einer Hirtenflöte, die das gesamte Stück trägt und den minimalistischen Kompositionsstil ausmacht. Hier kann man dem Zeit – Artikel von 2013 zustimmen, in dem Pärts Musik als „einfach, aber nicht simpel – rätselhaft, aber klar“ charakterisiert wird.
Das Konzert endete mit Telemann: „Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen“, so innig und gleichzeitig kraftvoll gesungen und gespielt, dass man das Thema des Abends „Trauer, Trübsal, Trost“ durch das Wort „Aufbruch“ erweitern könnte.

Autor:

Jutta Herberholz aus Sprockhövel

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