Deilbachtal: erneuter Rettungsversuch durch Konsortium
Was lange währt, wird nun - hoffentlich - endlich gut. Nachdem der Rat der Stadt im vergangenen Herbst die Gründung eines Konsortiums zur Rettung der frühindustriellen Denkmallandschaft beschlossen hat, hat sich dieses nun konstituiert und bereits erste Planungsschritte unternommen.
Das Konsortium, bestehend aus jeweils zwei Mitgliedern des Vereins IDEE e.V., der Bürgerschaft Kupferdreh, des Ruhr Museums und des Historischen Vereins für Stadt und Stift Essen will das leisten, was Politik und Verwaltung in den vergangenen 30 Jahren nicht gelingen wollte: die Rettung dieses kulturell bedeutsamen Ensembles von an Ort und Stelle erhaltenen Zeugnissen aus der Frühindustrialisierung.
Kulturdenkmäler verfallen
Jahrzehntelang steht fest, dass etwas getan werden muss gegen den Verfall dieser Kultur- und Naturdenkmäler und mittlerweile ist es fast schon fünf nach zwölf für den Deilbachhammer, der regelmäßig zweimal im Jahr unter Wasser steht, weil er längst kein Entwässerungssystem mehr besitzt.
Beginn beim Deilbachhammer-Ensemble
Hier an dieser Stelle der Kulturlandschaft will und muss das Konsortium die Rettung nun in Angriff nehmen, konzentriert sich zunächst im Wesentlichen auf den Deilbachhammer (Eisenhammer) und das benachbarte Haus-Ensemble, bestehend aus dem Meisterhaus und den beiden Arbeiterhäuschen am Eisenhammerweg.
Keine frühzeitigen Einmischungen seitens der Politik
Froh sei man, dass die Politik das Konsortium aus Ehrenamtlichen genehmigt habe. Frühzeitige Einmischungen wie in der Vergangeneheit solle es nun nicht mehr geben, so Hans Schippmann, 1. Vorsitzender des Vereins für Stadt und Stift Essen e.V. „Es braucht diese operative Ebene eines vorgeschalteten Konsortiums“, meint auch Prof. Dr. Ulrich Borsdorf, 1. Vorsitzender des IDEE e.V. Der Verein hat schon in der 90er Jahren gemeinsam mit dem damaligen Ruhrlandmuseum die Restaurierung des Halbachhammers im Nachtigallental erfolgreich betrieben.
Antrag auf Fördermittel vom LVR noch in diesem Jahr
Noch in diesem Jahr soll ein Förderantrag für 2015 zur Instandsetzung des Eisenhammer-Ensembles an den Landschaftsverband Rheinland (LVR) gestellt werden. Dafür ist aber zunächst eine Bestandsaufnahme des Ist-Zustandes am Eisenhammerweg nötig. Momentan sind zwei Gutachten in Arbeit - eines zum Zustand der Gebäude, ein weiteres zur Gewässer- und Landschaftssituation. Letzteres soll unter anderem Aufschluss darüber geben, „wie man das Hochwasser künftig vernünftig ableiten kann“, wie Prof. Dr. Borsdorf erklärt. Das Ergebnis dieser Gutachten soll im zweiten Quartal dieses Jahres vorliegen.
Kostenschätzung und Nutzungskonzept stehen noch aus
Prämisse für die Beantragung von LVR-Fördergeldern ist auch die Vorlage eines Betriebs- und Nutzungskonzepts für das Denkmal-Ensemble. Jenes müsse noch ausgearbeitet werden. Vorstellbar sei eine didaktisch-pädagogische Nutzung mit Schaubetrieb im Hammergebäude, so Hans Schippmann. Sogar ein Schulterschluss mit einem privaten Nutzer oder Geldgeber sein nun denkbar: „Der Kulturausschuss hat uns grünes Licht gegeben für PPP-Modelle aller Art“, freut sich Schippmann.
Autor:Melanie Stan aus Essen-Ruhr |
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