Zechen im Dortmunder Norden
Die Fördertürme der Zeche Gneisenau
Fast 100 Jahre wurde auf der Derner Zeche Gneisenau Kohle gefördert. Das ist mittlerweile seit 35 Jahren Geschichte, denn am 4. August 1985 wurde das Bergwerk stillgelegt. Die dazugehörige Kokerei existierte noch etwas länger. Immerhin waren hier um 1895 schon an die 1.000 Mitarbeiter beschäftigt und 1970 gehörte Gneisenau zu den größten Zechen im Ruhrgebiet und 6.000 Menschen fanden hier einen Arbeitsplatz.
Besondere Fördergerüste
Insgesamt gab es auf Gneisenau 4 Schächte und zu jedem der Schächte gehörte ein Fördergerüst. Was ist nun so besonders, dass zwei davon nach 35 Jahren Stillstand immer noch "herumstehen"?
Nun, das kleinere Gerüst von beiden ist ein sogenannter Tomsen-Bock, benannt nach Eugen Tomsen, der bei der Inbetriebnahme von Gneisenau hier Bergwerksdirektor war. Es ist das letzte seiner Art und es gab immerhin einmal über 100 davon, die im Ruhrbergbau im Einsatz waren. Zudem ist es eines der ältesten noch erhaltenen Fördergerüste der Region. Auf Gneisenau gab es um 1900 gleich drei Tomsen-Böcke, das hier zu sehende stammt vom "Schacht II".
Der zweite Förderturm ist ein sogenanntes Doppelstrebengerüst, auch er hatte ursprünglich ein Betriebsgebäude unter sich, das wurde aber in der Zwischenzeit abgerissen. Der Förderturm selbst wurde noch bis 1999 für die Wasserhaltung genutzt. Heute steht auch er auf der Denkmalliste der Stadt Dortmund.
Ein Spaziergang über das Gelände ermöglicht tolle Perspektiven. Den besten Blick haben aber mit Sicherheit die Tauben, die sich von Zeit zu Zeit oben auf den Schachtgerüsten niederlassen. Äußerst passend, gab es im Ruhrgebiet doch früher jede Menge Taubenkasper, die ihre Vögel - auch Rennpferde des kleinen Mannes genannt - auf die Reise schickten.
Am späten Nachmittag üben Jugendliche und junge Erwachsene Skateboard-Tricks auf dem extra dafür eingerichteten Areal, in den Morgenstunden sind eher die "Gassi-geher" unterwegs und zwar eine Menge von ihnen, so dass es erstaunlich ist, dass nur wenige Hundehaufen die Wege "verzieren". Ganz oben steht eine überdimensionierte Schaukel mit einer Bank daneben und einem wunderschönen Ausblick, ganz hinten sieht man sogar das Lanstroper Ei.
Eine Kleinigkeit stört die Idylle in den Morgenstunden, es ist der Restmüll vom Vorabend, der an einigen Stellen herumliegt und das obwohl Müllbehälter vorhanden sind. Zum Glück sind nur die Fördertürme weithin sichtbar, den Müll sieht man nur aus der Nähe. So können selbst die Reiher im Wulfskamp in Brechten bei der Futtersuche den Doppelkopfturm sehen.
Achten Sie mal drauf, Sie werden überrascht sein, von wo aus man die Gerüste sehen kann.
Autor:Martina Seeliger aus Lünen |
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