Saubere Seestadt: Frühjahrsputz in Haltern

- hochgeladen von Michael Menzebach (Redakteur)
Haltern. Die Stadt sollte sauber werden, aber Petrus meinte es mit dem Waschwasser etwas zu gut: Bei teilweise heftigen Regenschauern sammelten überall in Haltern Freiwillige große Mengen Müll aus der Landschaft. Bei ihrer Arbeit machten die Helfer überraschende Funde.
Ein grauer Himmel lag am Samstagmorgen über der Seestadt. Sturzbäche von Regenwasser prasselten herab, liefen über die Wege und Straßen und verwandelten Rasen und Sand in sumpfige Flächen. Dennoch waren an diesem Tag rund 500 Helfer unerschrocken angetreten, bewaffnet mit Plastiktüten und Müllgreifern. Ihre Mission: Haltern sollte befreit werden von achtlos weggeworfenem Unrat, Schrott und Müll.
Und den gab es reichlich zu sammeln. Wegen des Wetters waren es zwar rund 150 Paar zupackende Hände weniger als im Vorjahr, aber dafür schufteten die Übrigen umso emsiger. Verpackungen, Flaschen, Metallteile, aufgeweichte Pappkartons und verwehte Prospekte wanderten in die Sammelsäcke. Größere Fundstücke wie Reifen wurden oft erst vor Ort auf einen Haufen gelegt, bevor sie abtransportiert wurden.
Helfer stießen auf gleich zwei Kühltruhen
Neben den allgegenwärtigen Überresten der Konsumgesellschaft fanden die Freiwilligen auch einige besonders üble Stücke. So hatte der lange Winter offenbar einige Umweltsünder von der Überflüssigkeit von Kühlgeräten überzeugt - jedenfalls stießen die Helfer auf gleich zwei Kühltruhen, die achtlos in der Natur verklappt worden waren. Und auch einige Autoteile, die bei jedem Schrottplatz auf ihre Verwertung warten könnten, lagen tief in den Büschen und Hecken der Seestadt.
Die Männer und Frauen, Kinder und Jugendlichen, die am Samstag ihre Arbeit machten, rekrutierten sich aus Vereinen, Parteien, Nachbarschaften und Freundeskreisen, aber auch hilfswillige Familien und Einzelpersonen griffen zur Müllzange. Oft waren die Helfer ernüchtert über das Ausmaß menschlicher Unvernunft, wenn sie giftige oder gefährlich scharfkantige Abfälle entsorgen mussten.
Am Bauhof dann sammelte sich der Müll. Rund 75 Kubikmeter Unrat war zusammengekommen. Die Freiwilligen betrachteten ihr Werk, nass und schmutzig, aber zufrieden. Und da kam allmählich auch die Sonne hinter dem Wolkenvorhang hervor: Wie symbolisch.
Autor:Oliver Borgwardt aus Dorsten |
1 Kommentar
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.